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Anatomie und Physiologie

Anatomie und Physiologie

Gestalt und Entwicklung


Gestalt Die Schilddrüse zählt zu den hormonproduzierenden Drüsen (Schilddrüsenhormone) und besteht aus zwei Lappen, rechter und linker Schilddrüsenlappen, welche über eine Parenchymbrücke miteinander verbunden sind. Sie liegt im mittleren bis unteren Halsdrittel vor der Luftröhre. In unmittelbarer Nachbarschaft der Schilddrüse liegen wichtige Gefäß- und Nervenstrukturen sowie die für den Kalziumhaushalt wichtigen, zumeist 4 Nebenschilddrüsen am hinteren Rand der Schilddrüsenkapsel.
Die Schilddrüse besteht unter dem Mikroskop betrachtet aus Läppchen, die aus vielen kleinen Follikeln aufgebaut sind, deren Wand sich aus den Schilddrüsenzellen (Thyreozyten)zusammensetzt. Das Innere der Follikel enthält Kolloid mit dem Thyreoglobulin.


Entwicklung Während der Entwicklung des Kindes im Mutterleib entwickelt sich die Schilddrüse zuerst unterhalb der Zunge und wandert bis etwa zur 7. Woche an die letztendliche Stelle im Hals. In sehr seltenen Fällen kann diese Wanderung nach unten ganz oder teilweise ausbleiben. So kann es zu der sogenannten Zungengrundstruma kommen. Die Schilddrüse beginnt etwa ab der 10.-12. Woche mit ihrer Funktion. Bei der Geburt wiegt eine normal entwickelte Schilddrüse etwa 2 Gramm, im 6. Lebensjahr etwa 4 und bei 12jährigen etwa 8 Gramm, um in der Pubertät dann auf ihre Erwachsenengröße zuzuehmen. Bei erwachsenen Frauen beträgt das normale Schilddrüsengewicht bis etwa 18 Gramm, bei Männern bis zu etwa 25 Gramm, individuell aber insgesamt recht unterschiedlich.

Funktion


Die Schilddrüse produziert die beiden Hormone Thyroxin (T4,fT4) und Trijodthyronin (T3,fT3), die mit dem Blut zu den Körperzellen gelangen. Für die Hormonproduktion benötigen die Schildrüsenzellen, die Thyreozyten  insbesondere Jod als wichtigsten Baustein, welches aus dem Blut aufgenommen wird. Jod gehört zu den Spurenelementen, die der Mensch mit der Nahrung zu sich nehmen kann. Für eine gute Schilddrüsenfunktion ist somit die ausreichende Jodversorgung aus der Nahrung erforderlich (zum Beispiel jodiertes Speissalz, Seefisch).

Wirkung der Schilddrüsenhormone Die Schilddrüsenhormone wirken an vielen Körperzellen und beeinflussen alle Stoffwechselvorgänge. Die vorwiegende Wirkung erfolgt dabei durch das T3 Schilddrüsenhormon, weniger durch das T4-Hormon.
   
Aktivierenden Einfluss haben die Schilddrüsenhormone auf:
-    Wachstum und Entwicklung beim Kind
-    Energiehaushalt
-    Temperaturregelung
-    Eiweiß-Fett- u. Kohlenhydratstoffwechsel
-    Muskelstoffwechsel
-    Knochenstoffwechsel
-    Leistungsfähigkeit
-    Andere Drüsen, z.B. Keimdrüsen
-    Psyche


Regelkreis Angepasst an die entsprechende Lebenssituation ist es wichtig, dass immer die „richtige“ Schilddrüsenhormonkonzentration im Blut vorhanden ist.
Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) ist dabei die Kontrollinstanz, die als übergeordnetes Zentrum die Schilddrüse kontrolliert und steuert. Die Hypophyse und die Schilddrüse sind in Form eines Regelkreises miteinander verbunden. So führt eine verminderte Hormonkonzentration im Blut zu einer vermehrten Freisetzung/Ausschüttung von TSH aus dem Hypophysenvorderlappen. Als übergeordnete Struktur gilt der Hypothalamus, welche im Zwischenhirn lokalisiert ist und wiederum die Hypophyse steuert und kontrolliert (Feedback-System, TRH-TSH-Regelkreis).





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