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Erkrankungen mit normaler Funktion


Struma Das Wort Struma bezeichnet eine Vergrößerung der Schilddrüse. Die häufigste Ursache ist der Jodmangel, der in ganz Mitteleuropa sehr ausgeprägt ist. Die Schilddrüse ist bestrebt, den Jodmangel durch Wachstum auszugleichen, sie wird dadurch immer größer. Die Funktion der Schilddrüse ist hierbei zunächst meist nicht verändert – man spricht von einer sogenannten euthyreoten Struma. Besteht der Jodmangel über viele Jahre kommt es nach und nach neben der reinen Vergrößerung zu Veränderungen im Schilddrüsengewebe z.B. mit Knotenbildungen, die auf Dauer auch zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen können.


Erkrankungen mit Überfunktion


Bei der Überfunktion kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen in die Blutbahn, meist verbunden mit Symptomen, die an einen gesteigerten Stoffwechsel denken lassen. Der ganze Organismus läuft dabei gewissermaßen auf Hochtouren. Typische Beschwerden sind dabei innere Unruhe, gesteigerte Nervosität, Erschöpfung und körperliche Schwäche, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, erhöhter Blutdruck, vermehrtes Schwitzen, Gewichtsabnahme und Verdauungsstörungen.
Im Wesentlichen unterscheidet man 2 Krankheitsbilder der Schilddrüse, die zur Überfunktion führen, zum einen die Autonomie, zum anderen den Morbus Basedow. 

 

Autonomie Bei der Schilddrüsenautonomie handelt es sich um ein Krankheitsbild, dass häufiger in Gebieten mit endemischem Jodmangel als in Gebieten mit guter Jodversorgung beobachtet wird. Dabei kommt es innerhalb der Schilddrüse  zu Veränderungen, die sich entweder als „heiße“ Knoten oder, wenn das gesamte Organ von autonomen Zellen durchsetzt ist, als diffuse Autonomie darstellen können.
Unter Autonomie versteht man schließlich eine überschießende Schilddrüsenhormonbildung unabhängig vom tatsächlichen Hormonbedarf.  Dabei macht sich die Schilddrüse von dem sie kontrollierenden System Hirnanhangdrüse – Hypothalamus unabhängig (autonom) und schüttet unkontrolliert zuviel Hormon in die Blutbahn aus.


Basedow-Erkrankung Beim Morbus Basedow hingegen werden, wohl erblich bedingt, Auto-Antikörper gebildet. Das sind Zellen, die vom Immunsystem fälschlicherweise gegen ein körpereigenes Organ, in diesem Fall die Schilddrüse, gerichtet sind. Durch den Angriff dieser Antikörper auf die eigene Schilddrüse kommt es zu einer vermehrten Hormonausschüttung. Da es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, kann man bei diesen Patienten häufig noch andere Autoimmunphänomene beobachten, wobei eine besondere Bedeutung charakteristischen Augenveränderungen (endokrine Orbitopathie) wie hervorstehenden Augäpfeln zukommt.


Erkrankungen mit Unterfunktion


Die Unterfunktion der Schilddrüse kann zu vielfältigen Symptomen führen. Meistens treten Müdigkeit, Leistungsminderung, Gewichtszunahme, verstärktes Frieren und trockene Haut auf.
Die Unterfunktion entsteht entweder durch angeborene Ursachen oder durch unzureichende Hormonzufuhr nach medizinischen Maßnahmen.


Entzündungen: Hashimoto-Thyreoiditis Die weitaus häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine autoimmun bedingte Entzündung - Typ Hashimoto - der Schilddrüse. Diese Entzündung kann in jedem Alter, auch schon im Kindes- und Jugendalter, auftreten. Hierbei werden, erblich bedingt, Antikörper im Blut gebildet, die sich gegen die eigene Schilddrüse richten. Dadurch kommt es nach und nach zu einer Zerstörung der Schilddrüsenzellen, die dann im Laufe der Jahre ihre Funktion einstellt. Von diesem Prozess spürt man nichts, es treten keine typischen Entzündungszeichen wie z.B. Rötung, Schwellung oder Schmerzen auf.

Andere Ursachen einer Unterfunktion Beim Neugeborenen kann die Schilddrüse nicht oder nur unzureichend entwickelt oder das Jod kann nicht richtig verwertet werden. Bei einem Zustand nach Operation der Schilddrüse, nach einer Radiojodtherapie aber auch nach einer Bestrahlung in der Halsregion kann es zu einer Unterfunktion kommen. Allen Formen der Unterfunktion ist gemeinsam, dass die Veränderungen der Schilddrüse nicht umkehrbar sind, d.h. eine lebenslange Schilddrüsenhormonzufuhr erforderlich ist.



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