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Diagnose & Behandlung


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Mit Überfunktion
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Karzinome

Wege der Therapie
Therapeutische Verfahren im Einzelnen
 
Anatomie und Physiologie

Behandlungsverfahren der Schilddrüse im Einzelnen


Medikamente


Schilddrüsenhormon
Schilddrüsenhormon wird seit 1927 synthetisch hergestellt und in der Therapie von Schilddrüsenerkrankungen eingesetzt.

Schilddrüsenhemmende Mittel (Thyreostatika)
Die Schilddrüsenfunktion hemmende Medikamente wirken darüber, daß die Produktion der Schilddrüsenhormone vermindert wird, indem die Aufnahme oder der Einbau von Jod in das zu bildende Hormon
gehemmt oder die Ausschüttung der Hormone aus der Schilddrüse verhindert wird. Am bekanntesten sind die Substanzen Thiamazol (z.B. Favistan®) und Carbimazol (Einführung 1951), wobei Carbimazol im Körper in Thiamazol umgewandelt wird und somit den gleichen Wirkmechanismus hat.

Andere
Seltener sind andere Medikamente für die Schilddrüsenbehandlung erforderlich, zum Beispiel entzündungshemmende Substanzen.

Was? Die Einnahme von Schilddrüsenhormon bewirkt bei einer Unterfunktion der Schilddrüse die Normalisierung der Hormonkonzentration im Blut als Ersatz für die verminderte Produktion von Hormonen in der körpereigenen Schilddrüse. Bei normaler Funktion der Schilddrüse jedoch Schilddrüsenvergrößerung, bewirkt eingenommenes Schilddrüsenhormon die Hemmung des Wachstumsreizes auf die Schilddrüse und somit eine Verkleinerung derselben.

Was nicht? Besonders bei den Erkrankungen mit Überfunktion der Schilddrüse lassen sich viele Erkrankungsformen nicht auf Dauer mit Medikamenten behandeln, weil sie nicht die Ursache der Erkrankung beseitigen und auf längere Sicht Nebenwirkungen haben können. Dann sind weitere Maßnahmen wie Radiojodtherapie oder Operation gefragt.

Wie? Tablette einnehmen - fertig.
Schilddrüsenhormon:
Einnahme ca. 1/2 Stunde vor dem Frühstück. Ansonsten ist eine gleichmäßige Aufnahme des Medikamentes durch den Darm nicht gewährleistet und die Menge im Blut schwankt und kann zu niedrig sein.
Schilddrüsenhemmende Mittel: Diese Medikamente können Nebenwirkungen verursachen! Eine Einnahme sollte je nach Krankheitsbild nicht zu lange,  in der Regel nicht über viele Jahre eingenommen werden! Während der Einnahme sind regelmäßig das Blutbild und die Leberwerte im Blut zu kontrollieren, um eventuelle Nebenwirkungen rechtzeitig entdecken zu können. Konsultieren Sie bitte den Beipackzettel und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!
Bei allen die Funktion beeinflussenden Mitteln sind regelmäßig die schilddrüsenspezifischen Hormone (mindestens TSH) zu kontrollieren, um die richtige Dosierung zu gewährleisten! Insbesondere eine zu hohe Einnahme von schilddrüsenhemmenden Medikamenten wie Thiamazol und Carbimazol kann zum Schilddrüsenwachstum führen!



Radiojodtherapie


Die Radiojodtherapie ist die Behandlung der Schilddrüse mit radioaktivem Jod. Die Behandlung erfolgt mittels Gabe einer Kapsel zum Schlucken. Die ersten Radiojodtherapien wurden weltweit 1943 in den USA, die erste in Europa 1949 in Aachen druchgeführt.

Was? Die Radiojodtherapie ist hocheffektiv, im Zweifelsfalle z.B. bei großen Schilddrüsen auch problemlos wiederholbar, sehr patientenschonend, da kaum mit Nebenwirkungen behaftet und garantiert keine kosmetischen Probleme hinterlassend. Die fehlende Gefahr derSchilddrüse Stimmbandnervenlähmung prädestiniert sie z.B. für Sprechberufler oder den Zustand nach Operation mit erneuter Therapiebedürftigkeit. Die Radiojodtherapie der Schilddrüse ist eine sehr gute Möglichkeit der Behandlung der Schilddrüsenvergrößerung, der Autonomie und des Morbus Basedow auch unter den Bedingungen der Überfunktion und mit etwas Geduld auch bei sehr großen Schilddrüsen.
Die Erfolgsraten sind ausgesprochen hoch. Der Behandlungserfolg beträgt bei der Behandlung einer Überfunktion über 97%. Nach der Behandlung mit Radiojod kann je nach Art der Erkrankung eine Gabe von Schilddrüsenhormonen erforderlich sein, wie sie auch nach einer Operation in der Regel erforderlich ist. Die Häufigkeit beträgt bei der Beseitigung einer Autonomie ca. 20-30%.
Durch die geringe mittlere Reichweite der therapeutischen Strahlung des Jod-131 von 0,4 mm und die rasche Ausscheidung des nicht in die Schilddrüse aufgenommenen Jodes ist die Strahlenexposition des Körpers außerhalb der Schilddrüse niedrig. Ein erhöhtes Karzinomrisiko, an das man bei der Anwendung von radioaktivem Stoff erst einmal denkt, ist nach weltweiten Studien an ca. 30.000 Patienten über 30-40 Jahre auch langfristig nicht nachweisbar.

Was nicht? Grenzen der Methode sind Riesenstrumen mit Erweichung der Luftröhre und die notwendige histologische Abklärung eines Schilddrüsenbefundes. Die Wirkung tritt nicht sofort ein, sondern der nebenwirkungsarme Mechanismus der Therapie bedingt einen Wirkungseintritt erst nach einigen Wochen – eine Überbrückung der Zwischenzeit mit Tabletten ist ggf. notwendig. Es werden keine histologischen Daten gewonnen, insofern ist der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung  eine Gegenanzeige. Große Schilddrüsenvolumina erfordern gelegentlich eine zweite Therapie nach drei Monaten, die von den Patienten meist unkompliziert in Anspruch genommen wird. Bei Schilddrüsenvolumina über 150 ml bei einer Struma/Autonomie bzw. 50 ml bei M. Basedow sind die Grenzen der Methode jedoch häufig erreicht. Gegenanzeigen sind Schwangerschaft und hochgradige Luftröhreneinengung. Bei schwerem Pflegebedarf und Demenz sind Lösungen mit Begleitperson möglich.

Wie?  Die Radiojod-Behandlung erfolgt mittels einer kleinen Kapsel, die das radioaktive Iod enthält. Die Kapsel löst sich im Magen auf, das Iod wird über die Blutbahn in die Zimmer#Schilddrüse transportiert. Meist ist nur eine einzige Kapsel für Ihre Behandlung notwendig. Die Behandlung wird durchgeführt. Die genaue Dauer des Aufenthaltes kann am Anfang nicht immer genau vorhergesagt werden. Sie richtet sich nach der Art der Schilddrüsenerkrankung und der Größe der Schilddrüse. Die durchschnittliche Zeit liegt zwischen 4 und 7 Tagen, im Einzelfall kann diese Dauer sich natürlich verkürzen oder aber, wenn auchKapsel selten, verlängern Während des stationären Aufenthaltes ist ein Verlassen der Station und ein Empfangen von Besuch nicht möglich – ansonsten ist es ein völlig normaler Stationsaufenthalt in normalen Zimmern mit großen Fenstern und freundlichem Personal. Die Zeiten eines „Bunkers“ sind vorbei. Weiterführende Information zum stationären Aufenthalt finden Sie im Faltblatt des HELIOS Klinikums Wuppertal.


Operation


Bei großen Schilddrüsen, die die Luftröhre einengen und zur Atemnot führen können, bei „kalten Knoten“ und Verdacht auf Bösartigkeit und bei Schilddrüsenüberfunktion wie Morbus Basedow und autonomer Überfunktion, wenn für Sie eine Radiojodtherapie nicht in Frage kommt, ist eine Operation angebracht. Schilddrüsenoperationen sind seit 1883 beschrieben.

Was? Eine Schilddrüsenoperation verkleinert die Schilddrüse und entfernt Knoten, die zuviel Schilddrüsenhormon produzieren oder bei denen Bösartigkeit ausgeschlossen werden soll. Die Erfolgsraten sind wie bei der Radiojodtherapie ausgesprochen hoch. Der Behandlungserfolg beträgt bei der Behandlung einer Überfunktion über 95%. Nach der Operation ist in der Regel zur Vermeidung eines Wiederauftretens einer Schilddrüsenvergrößerung eine Gabe von Schilddrüsenhormonen erforderlich.

Was nicht? Operation ohne Eingriff und Risiko. Auch kleinste Eingriffe bedürfen der örtlichen oder allgemeinen Anästhesie. Die Risiken moderener Schilddrüsenchirurgie beim erfahrenen Chirurgen sind sehr gering geworden, es besteht jedoch prinzipiell immer neben dem Narkoserisiko das Risiko der Schädigung der Stimmbandnerven, der Nebenschilddrüsen, der Infektion und der Nachblutung. Deshalb ist die Durchführung bei einem erfahrenen Chirurgen, auch, wenn dieser nicht in ihrem sonst gewöhnten Krankenhaus tätig ist, sehr wichtig.

Wie? Die Operation findet in der Regel stationär statt. Ambulante Operationen sind minimal-invasiv im Ausnahmefall möglich, jedoch ist dies nur bei ausgewählten Patienten medizinisch möglich und bringt häufig nur wenig kosmetischen Vorteil.

Wie verläuft die stationäre Behandlung?

1. Voruntersuchungen
Die Voruntersuchungen sind entweder vorstationär - sie werden dann erst am OP-Tag stationär aufgenommen – oder stationär. Folgende Untersuchungen sind notwendig: Blutabnahme, Stimmbandspiegelung, Ultraschall, evt. EKG  und Röntgen-Brustkorb, Aufklärung über OP, Aufklärung über Narkose. Aktuelle Befunde vom Hausarzt werden übernommen.  

2. Operation
Die Operation verläuft extrem gewebeschonend unter Einsatz neuester Techniken. Der Hautschnitt erfolgt unter klassisch-ästhetischen Gesichtspunkten. Durch routinemäßige Benutzung des Neuromonitors (s.u.) können die Stimmbandnerven, insbesondere auch bei Zweiteingriffen sicher geschont werden. Routinemäßig wird eine Lupenbrille (s,u.) benutzt. Bei Verdacht auf Bösartigkeit wird während der Operation eine feingewebliche Schnellschnittuntersuchung durchgeführt. Bei Bösartigkeit wird die Schilddrüse in gleicher Sitzung komplett entfernt.
Welche technischen Hilfsmittel werden verwandt? Neuromonitoring: Bei jeder Schilddrüsen- u Nebenschilddrüsenoperation wird ein Neuromonitorgerät (= Nervenstimulationsgerät) benutzt, mit dem sich intraoperativ die Stimmbandnerven darstellen lassen, und so die Gefahr einer Stimmbandnervverletzung, insbesondere bei Rezidiveingriffen minimiert werden kann. Lupenbrille: Zur besseren Darstellung von Stimmbandnerven und Nebenschilddrüsen wird jede Operation mit Lupenbrille durchgeführt.    

3. Postoperativer Verlauf  
Am Abend des Op-Tages dürfen Sie wieder essen und trinken. Am nächsten Tag dürfen Sie wieder duschen und Haare waschen.
Die Entlassung erfolgt ab dem 2. Tag nach der Operation.




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